M1096 "PASSAU" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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GESCHICHTE - M-1096 "PASSAU"

Die M1096 "PASSAU" war ein Minenjagdboot der Deutschen Marine. Sie gehörte nach dem Umbau 1999/2000 zu den Minenjagdbooten der Kulmbach-Klasse, hatte eine Besatzungsstärke von 43 Soldaten und unterstand zuletzt dem 3. Minensuchgeschwader (Großverband Einsatzflottille 1) mit Heimathafen in Kiel. Die M1096 "PASSAU" wurde am 27. September 2013 außer Dienst gestellt. Die M1096 "PASSAU" wurde am 13. März 1990 in der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder i. O. durch Gertraud Hösl, die Gattin des damaligen Passauer Oberbürgermeisters Hans Hösl, getauft. Die Indienststellung des Bootes erfolgte am 18. Dezember 1990 im Marinestützpunkt Olpenitz als eines von zehn "Schnellen Minensuchbooten" der "Hameln-Klasse" (Klasse SM343). In den Jahren 1999 und 2000 wurde die M1096 "PASSAU" zum Minenjagdboot der "Kulmbach-Klasse" (Klasse MJ333) umgebaut. Am 27. September 2013 wurde sie im Marinearsenal Kiel außer Dienst gestellt. Die M1096 "PASSAU" nahm im Laufe ihrer Fahrenszeit an zahlreichen Einsätzen bei den Ständigen Minenabwehrverbänden der NATO SNMCMG1 beziehungsweise SNMCMG2 (vormals: MCMFORNORTH bzw. MCMFORSOUTH) teil und war von Oktober 2011 bis März 2012 im Auslandseinsatz bei UNIFIL. Noch im Dezember 2012, kurz vor der Herausnahme aus der Fahrbereitschaft der Deutschen Marine, konnte die Besatzung das Wrack des am 5. Dezember 2012 in der Neustädter Bucht ins Wasser abgestürzten norwegischen Helikopters LN-OMY finden. Zwischen der Besatzung des Bootes und der Stadt Passau bestand während der aktiven Dienstzeit des Bootes eine Patenschaft. Jährliche gegenseitige Besuche von Delegationen in der Stadt und an Bord ließen ein Band zwischen der Besatzung und der Namen gebenden Patenstadt entstehen. Die Marinekameradschaft Passau unterstützte diese Aktivitäten durch das Engagement ihrer Mitglieder. Besucher der Stadt Passau können im dortigen Rathaus zahlreiche Gegenstände besichtigen, die bei Besuchen im Rahmen der Patenschaft von der Besatzung der M1096 "PASSAU" überreicht wurden. So findet sich dort beispielsweise ein Brett mit den Schildern sämtlicher Kommandanten der M1096 "PASSAU", ein Kieler Matrosenhemd und eine UNIFIL-Einsatzflagge. Mit Außerdienststellung des Minenjagdbootes M1096 "PASSAU" und Rückgabe der Patenschaftsurkunde endete die Patenschaft formell. Bestrebungen, die Patenschaft auf eine andere militärische Einheit zu übertragen, wurden mangels Namensbezugs nicht weiter verfolgt. Im Laufe ihrer Fahrenszeit besuchte das Minenjagdboot M1096 "PASSAU" 26 verschiedene Länder und 87 verschiedene Häfen. Sie legte in rund 23 Jahren 205.815,19 Seemeilen zurück, was etwa neuneinhalb Erdumrundungen entspricht. Der nördlichste besuchte Hafen war Harstad (Norwegen), der östlichste Beirut (Libanon), der westlichste und südlichste Mindelo (Kap Verde). Mit Außerdienststellung am 27. September 2013 wurde das Minenjagdboot M-1096 "PASSAU" an das Marinearsenal, Arsenalbetrieb Kiel übergeben. Seitdem liegt es dort am Liegeplatz MG und ist von der Förde aus an der Südseite des Arsenalhafens deutlich zu erkennen. Die Rumpfnummer M1096 wurde übermalt und das Boot mit der Aufschrift Ex PASSAU gekennzeichnet. Ob das Boot verschrottet oder verkauft werden soll, ist unklar. Zwar überraschte die Passauer Stadträtin Silke Werts im Juni 2012 im Kulturausschuss der Stadt Passau mit der ungewöhnlichen Idee, die Stadt könnte das Boot kaufen und in der Stadt Passau an eine Pier legen, jedoch wurde diese Idee nicht weiter verfolgt. Bei der Außerdienststellung wurden dem Oberbürgermeister der Stadt Passau ein Bugwappen des 3. Minensuchgeschwaders, ein Namensschild des Bootes sowie ein Stadtwappen, die an der Brückennock befestigt waren, die Patenschaftsurkunde und die Schiffsglocke übergeben. Diese Gegenstände werden von der Stadt Passau seitdem im Rathaus ausgestellt. Die Marinekameradschaft Passau erhielt ebenfalls ein Bugwappen des 3. Minensuchgeschwaders, ein Passauer Stadtwappen und den Flaggensatz des internationalen Rufzeichens DRFJ. Das 3. Minensuchgeschwader erhielt ein weiteres Namensschild des Bootes aus der Brückennock. Zahlreiche Erinnerungsgegenstände, Wappen und Bilder, mit denen Besatzungen von Marineeinheiten ihre Kammern, Decks und Messen dekorieren, befinden sich heute in der Passau-Klause. So hat ein der letzten Besatzung der Passau angehörender Soldat die Hütte seines Schrebergartens im Kleingärtnerverein-Kiel-Holtenau genannt, wo ehemalige Besatzungsmitglieder in unregelmäßigen Abständen zusammenkommen.

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