KASPISCHE FLOTTILLE - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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KASPISCHE FLOTTILLE



KASPISCHE FLOTTILLE

Die Kaspische Flottille ist der zweitälteste Teil der russischen Kriegsmarine (nach der Baltischen Flotte) und wurde später Teil der sowjetischen Marine. Die Flottille ist im Kaspischen Meer stationiert. Die Flottille wurde im November 1722 in Astrachan auf Befehl Peters des Großen aufgestellt. Sie nahm an dessen Persischen Feldzug von 1722–1723 sowie am Russisch-Persischen Krieg von 1804–1813 teil und unterstützte die russische Armee bei der Eroberung von Derbent und Baku 1796. Als Ergebnis des Vertrages von Gulistan 1813 verblieb die Kaspische Flottille als einzige Kriegsmarine im Kaspischen Meer. Baku wurde 1867 ihr Hauptstützpunkt. Als sich in der Folge die Situation im Kaspischen Meer stabilisierte, nahm die Zahl der Schiffe der Flottille ab. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfügte sie nur über zwei Kanonenboote und ein paar bewaffnete Dampfer. Die Seeleute der Flottille nahmen aktiv an der revolutionären Bewegung in Baku 1903–1905 und an der Etablierung der sowjetischen Herrschaft in dieser Region teil. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden 1992 die Einheiten der Flottille auf die am Kaspischen Meer liegenden ehemaligen Sowjetrepubliken aufgeteilt. Die Russische Kaspische Flottille verlegte die ihr zugeschlagenen Einheiten aus Baku nach Machatschkala und Astrachan, Astrachan wurde der Hauptstützpunkt der Flottille. Seit 2010 ist die Flottille dem Kommando des Südlichen Militärbezirks unterstellt. Im Jahr 2000 wurde die 77. Marineinfanteriebrigade in Kaspijsk als Teil der Flottille aufgestellt. Stab und zwei Bataillone der Brigade wurden von der aufgelösten 77. Garde-Marineinfanteriedivision, die der Nordflotte unterstellt war, übernommen. Zur Brigade gehörten das 414., das 725. und das 975. selbständige Marineinfanteriebataillon in Kaspijsk, das 712. selbständige Marineinfanteriebataillon in Astrachan, das 1200. selbständige Aufklärungsbataillon in Kaspijsk, die 1408. und die 1409. selbständige Artillerieabteilung, die 1387. selbstständige Luftabwehr- und Artillerieabteilung und die 530. selbstständige Eloka-Kompanie. Die Brigade wurde 2009 aufgelöst. Im November 2007 besuchte ein Schiffsverband der Kaspischen Flottille erstmals seit 1977 wieder den Iran und lag elf Tage vor Anker im Hafen von Bandar Anzali.

Einheiten der Flottille:
Ab dem Jahre 2003 setzte ein großangelegtes Modernisierungsprogramm ein. Kennzeichnend ist dabei die Indienststellung von Einheiten mit modernen Schiff-Schiff und Schiff-Boden-Lenkflugkörpern, ältere Einheiten wurden teilweise modernisiert. In diesem Jahre wurde das erste Raketenschiff des Projektes 11661 der GEPARD-KLASSE bei der Kaspischen Flottille in Dienst gestellt. Die "TATARSTAN" ist das Flaggschiff der Flottille. Ein zweites Schiff des Projektes, die "DAGESTAN", wurde 2012 in Dienst gestellt. Bereits 2011 erfolgte die Indienststellung des ersten kleinen Raketenschiffes des Projektes 21630 der BUYAN-KLASSE. Weitere fünf Schiffe liefen ab 2011 zu, darunter 2014 drei Schiffe des modernisierten Projektes 21631 der BUYAN MOD-KLASSE. Ebenso wie die "TATARSTAN" sind diese Schiffe in der Lage Lenkflugkörper vom Typ P-800 Oniks und Kalibr einzusetzen. Sie lösten die 2014 außer Dienst gestellten Raketenschnellboote des Projektes 206MR der MATKA-KLASSE ab. Das Schiff des Projektes 12411 der TARANTUL-KLASSE wurde 2011 modernisiert und kann Lenkflugkörper vom Typ P-270 Moskit einsetzen. Ebenso wie die Schlagkräfte der Flotte wurden auch die Landungsboote ab 1999 modernisiert und die vorhandenen Boote durch Neubauten der Projekte 1176 der ONDATRA-KLASSE, 11770 der SERNA-KLASSE und 21820 der DYUGON-KLASSE ersetzt. Im Jahr 2014 wurden der Flottille das Bergungsschiff SB-45 und drei Reedekutter zugeführt. Die Kutter sind für Rettungs- und Bergungsaufgaben vorgesehen. Am 7. Oktober 2015 wurden von Schiffen der Kaspischen Flottille 3M14-Marschflugkörper auf Stellungen des sogenannten Islamischen Staates im Rahmen der russischen Beteiligung an kriegerischen Handlungen im syrischen Bürgerkrieg abgeschossen. Nach russischen Angaben starteten die Schiffe "TATARSTAN", "GRAD SVIYAZHSK", "UGLICH" und "VELIKIY USTYUG" insgesamt 26 Lenkflugkörper, die alle ihre Ziele erreichten.

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